Pressemitteilung Armutszeugnis – Jedes 5. Kind ist von Armut betroffen

Von Armut betroffene Kinder dürfen nicht zum Gespött ihrer Mitschüler werden!

Phillip Kirstein – phillip.kirstein@su-bielefeld.de

Bielefeld, 22.07.2021: Wie aus einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung hervorgeht, ist in Deutschland jedes 5. Kind von Armut betroffen. Laut der „WELT“ seien das 2,8 Millionen Minderjährige. Diese Zahlen sind erschreckend und zeigen unmissverständlich auf, dass Handlungsbedarf im Kampf gegen Kinderarmut besteht. Denn nicht nur die Armut an sich macht vielen Kindern zu schaffen, auch der oft aus der Armut resultierende Druck in Schule und sozialem Umfeld setzt Kindern aus ärmeren Familien häufig schwer zu. Praktisch bedeutet Armut für viele betroffene Kinder, in der Schule ausgegrenzt, ausgelacht und gehänselt zu werden. Grund dafür ist, dass die Kinder aus ärmeren Verhältnissen sich gewisse Markenkleidung, eine Mitgliedschaft in einem Sportverein oder andere Vergnügungen nicht leisten können.
Die Schülerunion Bielefeld positioniert sich ganz klar und eindeutig: Mitschüler und Mitschülerinnen aufgrund ihrer finanziellen Situation zu demütigen, zu beleidigen oder in sonst irgendeiner Weise abfällig zu behandeln ist ein Zeichen von Schwäche und aufs Schärfste zu verurteilen. Niemand hat das Recht, einen anderen Menschen zu diskriminieren. Die finanzielle Situation einer Familie (denn Schüler sind in der Regel nicht für die eigene finanzielle Situation verantwortlich) sagt nichts über einzelne Personen aus.
Gerade die diskriminierenden Schüler und Schülerinnen tragen selbst oft am wenigsten zu ihrer eigenen, besseren finanziellen Situation bei. Deshalb ist es umso erschreckender, dass diese Schülerinnen und Schüler sich anmaßen, andere, finanziell schwächere Schüler und Schülerinnen abfällig zu behandeln. An dieser Stelle muss von dem Lehrpersonal konsequent eingegriffen und das Fehlverhalten geahndet werden.
Die Schülerunion Bielefeld fordert darüber hinaus mehr finanzielle Unterstützung der ärmeren Familien und den Kindern, z.B. durch ein festes, monatliches „Kulturgeld“, welches besonders und ausschließlich den Kindern zur Finanzierung kultureller Ereignisse steht. Von diesem Kulturgeld könnten sich die Kinder aus ärmeren Verhältnissen Kultur-, Schwimmbad-, Stadionbesuche und andere, sonst für sie nicht finanzierbare Attraktionen leisten, und das nicht zulasten des möglicherweise schon knappen monatlich zur Verfügung stehenden Geldes ihrer Eltern/Erziehungsberechtigten. Darüber hinaus würden sie den Umgang mit eigenem Geld erlernen und Erfahrungen im Bereich des eigenverantwortlichen Sparens sammeln. Die Menge des Taschengelds könnte am Alter der Kinder bemessen werden.

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