Pressemitteilung Schüler Union Bielefeld zu den Öffnungen der Schulen

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir, die Mitglieder der Schüler Union Bielefeld, sind allesamt Schüler, weshalb wir uns von den Corona-Schul-Bestimmungen direkt betroffen sehen. Wir wissen um die Notwendigkeit des Infektionsschutzes und setzten uns auch für ein solidarisches Zusammenleben ein. Wir zollen den verantwortlichen Entscheidungsträgern Respekt für ihren Einsatz für unsere Gesundheit. Und dennoch müssen wir feststellen, dass so gut wie alle Entscheidungen über die Köpfe der Schülerinnen und Schüler und Lehrer, die alle Maßnahmen direkt betreffen, hinweg entschieden werden. Selten werden die Personen nach der Umsetzbarkeit von etwaigen Maßnahmen gefragt, die sie umsetzen müssen. Und das führt oft, besonders in der Corona-Politik, zu Verwirrung und dazu, dass Maßnahmen in der Praxis nicht umsetzbar sind.

 Grundsätzlich sehen wir die Öffnung der Schulen als notwendig und richtig an. Es muss zu normalem Unterricht zurückgekehrt werden, da viele Schülerinnen und Schüler dem Druck des Distanzunterrichtes nicht mehr lange standhalten können. Nicht nur die psychische Belastung, welche durch die Einsamkeit steigt, sondern auch die Spannungen in Familien, welche oft in Gewalt enden, zwingen die Politik zur Öffnung der Schulen. Außerdem wurden viele Lerninhalte verpasst und diese müssen jetzt so gut es geht nachgeholt werden. Denn viele Schülerinnen und Schüler besaßen keine Endgeräte, hatten einen schlechten Empfang oder insgesamt Schwierigkeiten mit dem Lernen auf Distanz.  

Doch sehen wir einige Defizite in der Art und Weise der Öffnungen, welche wir Ihnen hier kurz erläutern wollen:

  1. Wir finden es unmöglich, dass einzelne Klassen und Jahrgänge vollständig (und in ganzen Klassen) in Präsenz unterrichtet werden, und dass sich andere Klassen und Jahrgänge im Wechselunterricht befinden. Im Sinne des Infektionsschutzes, welcher natürlich in unserem Interesse ist, wäre das konsequente Trennen notwendig, da sich das Virus natürlich bei größeren Ansammlungen von Menschen schneller verbreitet. Zu glauben, dass das Virus Abstand von Abiturienten hält, weil diese nunmal gerade ihr Abitur machen, erscheint als etwas gewagt. 
  2. Jede Schule handhabt den Wechselunterricht anders, die eine wechselt Tage-, die andere Wochenweise. Für die Schulen sind an sich beide Modelle möglich, da sich so die eine Gruppe mit der anderen nie begegnet. Aber in den öffentlichen Verkehrsmitteln mischen sich dann immer andere Schülerinnen und Schüler von anderen Schulen. Wenn Schule A tageweise wechselt und Schule B wochenweise, treffen sich die beiden Gruppen aus Schule A immer mit den Schülerinnen und Schülern aus Schule B, woraus leicht Infektionsketten zwischen a) den Gruppen von Schule A und b) zwischen den beiden Schulen resultieren können. In der nächsten Woche geschieht das Selbe mit Schülerinnen und Schülern aus der zweiten Gruppe von Schule B. Deshalb sollte die Stadt Bielefeld einheitliche Regeln für alle Schulen erlassen.
  1. Wir sehen es als äußerst notwendig an, das ganze Lehrpersonal und die Schülerinnen und Schüler regelmäßig zu testen. Denn nur dies kann dazu führen, das potenzielle Infektionsherde frühzeitig erkannt und unterbunden werden können. Denn nur das stetige Testen kann Aufschluss über Infektionen geben. Wir schlagen deshalb Gruppentermine zum Testen vor, zu denen die Klassen geschlossen erscheinen.
  2. Bis zu den Osterferien sollen verpasste Lerninhalte nachgeholt werden, da sehr viel Schulstoff verpasst wurde und viele Schülerinnen und Schüler keine Möglichkeit hatten, diesen aufzuholen. Auch waren die technischen Möglichkeiten oft begrenzt, weshalb Schülerinnen und Schüler dem Unterricht unverschuldet nicht folgen konnten. Es entstanden große Bildungsdefizite, welche nun ausgeglichen werden müssen. Aus diesem Grund sollten bis zu den Osterferien keine Klassenarbeiten mehr geschrieben werden, da diese dann nur die Leistungen derer wirklich benoten, die die Möglichkeit zur Teilnahme am Distanzunterricht wirklich hatten. Es darf nicht zu einem “Corona-Zeugnis” kommen, auf welchem nur die eine gute Benotung erfahren, die im Distanzunterricht gutes Internet aufweisen konnten. Da ein wesentlicher Teil einer Zeugnisnote durch die Klassenarbeiten bestimmt wird, sehen wir die Notwendigkeit, ausreichend Vorbereitungszeit für diese einzuräumen. Bis zu den Osterferien können Inhalte wiederholt und gefestigt werden, damit sich die Schülerinnen und Schüler in den Osterferien damit befassen können. Nach den Osterferien können dann Klassenarbeiten geschrieben werden. Wir empfehlen ausdrücklich nicht, die Zahl der Klassenarbeiten auf 1 herunterzusetzen, eine entsprechende Empfehlung bedarf Erkenntnisse über den aktuellen Kenntnisstand der Schülerinnen und Schüler.

Bei Fragen können Sie sich gerne an uns wenden. 

Mit freundlichen Grüßen

der Vorstand der Schüler Union Bielefeld

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